Reus’ Verletzung trübt den Sieg
Deutschland besiegt Armenien im letzten WM-Test 6:1. Miroslav Klose überholt Gerd Müller in der DFB-Torjägerliste. Doch der Abend wird von der schweren Bänderverletzung von Marco Reus überschattet. Dem Dortmunder Offensivmann droht das WM-Aus.
Es war die 44. Minute, die den Zuschauern in Mainz der Atem stocken ließ. Marco Reus war in einen scheinbar harmlosen Zweikampf kurz hinter der Mittellinie verstrickt, als er plötzlich zu Boden ging. Er knickte mit dem Knöchel um. Der eilig herbeigeeilte Mannschaftsarzt signalisierte sofort das Zeichen zum Auswechseln. Die Zuschauer spendeten aufmunternden Applaus für den Dortmunder Stürmer, der sich in der Schlussphase der Saison als einer der wenigen deutschen Spieler in Topform befand.
Gestützt von zwei Helfern humpelte Reus vom Platz, unfähig den schmerzenden rechten Fuß zu belasten. Die von so vielen Verletzungen in dieser WM-Saison gebeutelte deutsche Auswahl, so schien es in diesem Moment, muss sich für die Weltmeisterschaft in Brasilien auf den nächsten Rückschlag gefasst machen. Die befürchtete Diagnose nach der Kernspin-Untersuchung in der Nacht brachte Klarheit: Teilriss des vorderen Syndesmosebandes oberhalb des linken Sprunggelenks. Nuncdroht dem Dortmunder Offensivmann das WM-Aus.
Dieser Moment überschattete zunächst die deutsche Generalprobe in Mainz gegen Armenien, auch wenn die Langzeitwirkung für Reus und das deutsche Team auf das Turnier noch nicht endgültig ausgemacht ist. Der am Ende stürmisch gefeierte 6:1-Sieg der Deutschen war hoch verdient. Vor allem in der zweiten Halbzeit, als der Widerstand der Armenier erlahmte, machten die Deutschen nach dem Schreckensmoment noch einen sehr erfreulichen Fußballabend.
Schürrle (52.), Podolski (71.), Höwedes (73.), Klose (78.) und Götze (82. und 89.) bei einem Gegentreffer von Mchitarjan (69.) erzielten die deutschen Tore. Und so verabschiedeten sich die Deutschen, wie von Bundestrainer Löw gewünscht, mit einem Lächeln zur WM – aber auch mit einem weinenden Auge wegen Reus´ Verletzung.
Reus ist der gefährlichste Spieler
In der ersten Halbzeit deutete sich an, dass ein Verlust von Reus die deutsche Mannschaft empfindlich treffen könnte, die in Mainz von Beginn an wieder mit Lahm (für eine Halbzeit) und jetzt schon wie gewohnt mit Khedira im Mittelfeld startete. Reus war der in der Offensive gefährlichste Spieler, genauer gesagt: er war derjenige Angreifer, dem die besten Chancen zu fielen.
Zweimal stand er nur noch dem Torwart gegenüber, aber der Dortmunder scheiterte jeweils (13. und 32.). Das waren die besten deutschen Gelegenheiten in der ersten Halbzeit gegen einen Gegner, der keinen allzu großen Schrecken verbreiten konnte und sich mit acht, neun Spielern immer wieder weit in die eigene Hälfte zurückzog.


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