Saturday, June 7, 2014

MARCO REUS FÄLLT FÜR DIE WM IN BRASILIEN AUS!

WM-Aus für Marco Reus, Shkodran Mustafi rückt nach

Marco Reus fällt wegen seiner im Länderspiel gegen Armenien erlittenen Verletzung am Sprunggelenk für die WM aus. Als Ersatz für den Dortmunder nominiert Löw Shkodran Mustafi von Sampdoria Genua.

Ein Schatten lag über der deutschen Generalprobe für die Weltmeisterschaft in Brasilien. Nachdem Marco Reus sich in der 44. Minute schwer verletzt hatte und offensichtlich war, dass das Ganze nicht mit einer Schmerztablette und einem Tapeverband behoben werden konnte, brauchte es einige Zeit, bis die Stimmung im Mainzer Stadion wieder dem Ereignis angemessen war.

Nachts noch kam die Diagnose. "Teilabriss des Syndesmosebandes" lautete die schlechte Nachricht, die Reus das Turnier kosten wird. Am Samstagmittag kam die Bestätigung: Der Dortmunder fällt definitiv für die WM aus, für ihn rückt überraschend Innenverteidiger Shkodran Mustafi von Sampdoria Genua nach.

Große Lust, das 6:1 gegen Armenien zu analysieren, hatte Bundestrainer Joachim Löw nach dem Spiel nicht mehr. Das Ziel sei erreicht worden, sich mit einem Sieg Richtung Brasilien zu verabschieden, sagte er, "das war ein gutes Spiel". Das stimmte, und zwar in vielerlei Hinsicht.

Besonders glamouröse Veranstaltungen sind Generalproben ja eigentlich nicht, darum ist im Theater ja auch kein Publikum dabei. Im Fußball ist das anders, vor der Weltmeisterschaft würde selbst jede Trainingseinheit mehr Einschaltquote als "Wetten, dass..?" erzielen, wenn sie denn live übertragen würde. Und so stand auch das Spiel gegen Armenien unter besonderer Beobachtung. Doch in Mainz bekamen die Fans viel mehr geboten als einen simplen Test.

Höwedes verteidigt links

Löw beschränkte sich nicht auf den Rückgriff auf Bewährtes, sondern nutzte die letzte Partie vor dem ersten Vorrundenspiel gegen Portugal vor allem vor der Pause zum großen Taktik-Experiment. Das fing in der Abwehr an, wo Jerome Boateng wie schon gegen Kamerun die ungeliebte rechte Außenposition besetzen musste, dafür aber offenbar dort immerhin einen Stammplatz sicher hat. Links begann überraschend Benedikt Höwedes statt Erik Durm. Die Abwehrkette bestand also aus vier gelernten Innenverteidigern.

Wer jedoch einen Blick ins Mittelfeld warf, wird die Abwehr-Gedankenspiele des Bundestrainers als behutsame Anpassungen empfinden. Denn vor der Viererkette ließ Löw das kreative Mittelfeld-Chaos toben. Als feste Größe war nur Philipp Lahm auszumachen, der nach seiner Verletzung wieder fit wirkte und vor der Verteidigung den Sechser gab. Er wurde flankiert von Toni Kroos links und Sami Khedira rechts, die allerdings deutlich offensiver agierten als der Münchner.

Vor allem Sami Khedira rückte immer wieder in die Offensive vor, spielte mitunter gar auf der Zehnerposition, auf der sich ansonsten auch alternierend Reus, Thomas Müller und Andre Schürrle versuchten, wobei Müller wohl eher als hängende Spitze eingeplant war. Doch feste Zuordnungen gab es nicht. Vor allem Schürrle und Reus tauschten munter die Seiten, dass den Armeniern mitunter schwindlig wurde.

Denkpause für Özil

Möglich wurde die Mittelfeld-Rotation, weil Löw seinem einstigen Lieblingsschüler Mesut Özil zunächst eine Denkpause verordnet hatte. Der Zehner, sonst gesetzt als Spielgestalter im Zentrum, hatte im Verein eine mäßige Rückrunde abgeliefert und auch im Nationaldress so manch pomadige Vorstellung abgeliefert – zuletzt im Testspiel gegen Kamerun, wo er bis zu seiner Auswechslung kaum in Erscheinung getreten war.

Der Bundestrainer wird sich nicht komplett von seinem Spielmacher abwenden, doch er hat gemerkt, dass er eine Alternative zu dem Mann vom FC Arsenal braucht. Eine 1:1-Lösung scheint ihm dabei zu missfallen, da nach dem Ausfall von Marco Reus höchstens noch Toni Kroos zentral spielen kann.

Immerhin kam Özil nach der Pause und machte gegen die zunehmend abbauenden Armenier ein gutes Spiel. Die wichtigste Erkenntnis des Abends lieferte allerdings Lukas Podolski: Er wurde für Reus eingewechselt und machte seine Sache wie schon gegen Kamerun hervorragend.

Der Arsenal-Profi gehört zu den wenigen im Team, die den Gegner nicht nur fußballerisch, sondern auch durch Aggressivität beeindrucken können. Als gegen Kamerun die Fouls der Afrikaner überhandnahmen, stemmte sich vor allem Podolski gegen den unbequemen Gegner. Gegen Armenien steuerte er drei Vorlagen und ein Tor zum Schützenfest hinzu.

Kahn lobt Podolski

"Es gibt echte Turnierspieler. Dazu gehört ein Lukas Podolski. Es ist sehr wichtig, Spieler wie ihn auf dem Platz zu haben", lobte ZDF-Experte Oliver Kahn. Alternativ kann auch Andre Schürrle oder Mario Götze auf der Reus-Position im linken Mittelfeld spielen. Auch Schürrle zeigte sich gegen Armenien frisch und spritzig.

Und als er nach 75. Minuten gegen Götze ausgetauscht wurde, bewarb sich auch der Dortmunder mit zwei Toren um einen Startplatz in der ersten Elf am 16. Juni gegen Portugal.

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