Nach der Saison ist vor der Saison. Bei Borussia Dortmund laufen die Planungen für die kommende Saison bereits auf Hochtouren. Die meisten Baustellen sind bereits geschlossen.
Kaum länger als eine Woche ist es her, seitdem Borussia Dortmund die Saison im DFB-Pokalfinale gegen den FC Bayern München beendete. Zwar sprang in diesem Jahr kein Titel heraus, die Verantwortlichen und Fans blicken trotzdem stolz auf eine gute Saison zurück. Goal blickt auf den Kader und klärt auf, auf welchen Positionen Handlungsbedarf für die kommende Saison besteht.
In der Champions League spielte der BVB lange eine gute Rolle, schied im Viertelfinale denkbar knapp gegen Real Madrid aus. In der Bundesliga sicherte sich die Mannschaft von Jürgen Klopp erneut den zweiten Platz hinter Rekordmeister FC Bayern München. Und nicht zuletzt erreichte Borussia Dortmund das DFB-Pokalfinale, verlor in Berlin allerdings in der Verlängerung, auch, weil Florian Meyer ein reguläres Tor von Mats Hummels nicht anerkannte.
Verletzungen verhinderten besseres Abschneiden
Die Saison hatte aber auch Tiefen. Ilkay Gündogan musste fast die gesamte Spielzeit ersetzt werden, Neven Subotic und Jakub Blaszczykowski rissen sich das Kreuzband. Hinzu kamen immer wieder angeschlagene Spieler wie Mats Hummels, Sven Bender, Sebastian Kehl und Marcel Schmelzer, die zwischendurch mehrere Wochen pausieren mussten. Das erklärt den gut zweimonatigen Leistungseinbruch zur Mitte der Saison, als der BVB seine Tabellenführung erst an den FC Bayern abtreten musste und einen Rückstand von über 20 Punkten anfraß. Zwischenzeitlich war sogar der Champions-League-Platz in Gefahr. In den entscheidenden Wochen der Saison kamen die Spieler wieder in Form beziehungsweise spielten sich Jungs aus der zweiten Reihe in den Vordergrund.
Die Überraschung der Rückrunde war Oliver Kirch, der in der Hinrunde sogar häufiger auf der Tribüne Platz nehmen musste, weil es für ihn nicht in den Kader reichte. Er machte sich für Jürgen Klopp im Frühling fast unverzichtbar, nachdem Sebastian Kehl, Sven Bender und eben Ilkay Gündogan ausfielen. Und Kirch nutze seine Chance, spielte überragend gegen Cristiano Ronaldo und machte starke Spiele gegen Bayer Leverkusen und Bayern München. Als Belohnung gab es für den 31-Jährigen einen neuen Vertrag bis 2016. Eine Entwicklung, die er sich wahrscheinlich im letzten Sommer nicht hätte träumen lassen. Auch Milos Jojic wusste zu überzeugen - überragender Spieler der Rückrunde war aber Marco Reus, der mit seinen Toren zum Erfolg des BVB beitrug. Nicht zu Unrecht wurde er von seinen Spielerkollegen zum besten Spieler der Saison gewählt.
Die Leistungen wecken auch Begehrlichkeiten bei der Konkurrenz, erst recht, nachdem bekannt wurde, dass Reus eine Ausstiegsklausel in seinem bis 2017 datierten Vertrag stehen hat. Die würde es ihm ermöglichen, Borussia Dortmund im Sommer 2015 für eine festgeschriebene Ablösesumme von 35 Millionen Euro zu verlassen. Der BVB ist mit dem Nationalspieler in Verhandlungen und will ihm die Klausel gegen eine Aufstockung des Gehalts abkaufen. Damit hätte der Verein die Zügel in den Transferverhandlungen wieder selbst in der Hand. Außerdem ist momentan nicht davon auszugehen, dass Reus den Verein verlassen will. Erst kürzlich betonte er, dass er sich in Dortmund wohlfühlt.
Kaderplanung fast beendet
Bei der Vertragsverlängerung von Kirch war die Saisonplanung von Michael Zorc und Jürgen Klopp für das kommende Jahr schon weit voran geschritten. "Er ist ein belebender Faktor in der Mannschaft und passt sportlich wie menschlich perfekt zu Borussia Dortmund", erklärte Michael Zorc nach der Unterschrift von Kirch. Nuri Sahin wurde für sieben Millionen Euro fix von Real Madrid verpflichtet, Dong-Won Ji bereits ebenfalls. Bei dem Offensiv-Allrounder steht allerdings aktuell erneut eine Leihe an den FC Augsburg im Raum, das er aufgrund von Verletzungen bei den Allgäuern noch nicht die Rolle spielen konnte, wie es sich der BVB gewünscht hätte.
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Diese Rolle hat auch Julian Schieber bei Borussia Dortmund nie gespielt, weshalb viele Experten davon ausgehen, dass er den Verein im Sommer verlassen wird. Der Spieler selbst deutete das gegenüber Goal an. Auch wenn die Schwarz-Gelben mit Robert Lewandowski ihren Topstürmer an den FC Bayern verlieren, wird Schieber keine Zukunft beim BVB zugetraut. "Ich darf mich ja nicht selbst belügen, darüber denke ich nach", erklärte der ehemalige Stuttgarter. Dafür spricht, dass Adrian Ramos für circa zehn Millionen Euro von Ligakonkurrenten Hertha BSC verpflichtet wurde. Ein Wechsel von Ciro Immobile vom FC Turin wird täglich wahrscheinlicher. Er soll mit seiner Spielweise den Polen Lewandowski ersetzen und vergessen machen. Zudem bleibt abzuwarten, wie es mit Marvin Ducksch weitergeht. Bleibt er, dürfte er gute Einsatzchancen haben, geht er, verliert Borussia Dortmund einen hochtalentierten deutschen Stürmer, der ebenfalls ersetzt werden muss.

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